Eisenhüttenstadt (hn). Köstlichkeiten aus Syrien und Afghanistan standen neben einheimischen Spezialitäten kürzlich auf der Speisekarte im QCW-Ausbildungsrestaurants „KochHÜTTE” im Werkzentrum von ArcelorMittal, wohin Kochlehrlinge eingeladen hatten, um ihre kulinarischen Künste zu präsentieren.

Beteiligt waren an diesem Event auch Azubis aus dem Berufsbildungszentrum von ArcelorMittal, die auf selbst geschmiedeten Feuerschalen Glühbier erhitzten.
Mathias Schirmer, Vorsitzender von Convivium Barnim-Oderland (Convivium: lateinisch für Tafelrunde), erklärte dazu: „Wir veranstalten jedes Jahr den Terra-Mater Tag, den Tag, an dem die Bewegung Slow Food vor 31 Jahren in Italien gegründet wurde, und machen daraus den Tag der regionalen Produkte”. Dahinter verberge sich, dass Lebensmittel unter dem Motto „Gut-Sauber-Fair” bei einheimischen Produzenten erworben und sofort in der Küche verarbeitet werden. „Diejenigen, die diese Lebensmittel produzieren, sollen auch gerecht entlohnt werden”, sagte Schirmer, der mit seiner Bewegung auch Wert darauf legt, dass die Produkte ökologisch hergestellt werden.
Dabei versucht die Slow-Food-Bewegung auch auf den Faktor Zeit bei der Essensaufnahme Einfluss zu nehmen. „Der Zeitmangel ist das Schädlichste für alles, was wir zu uns nehmen”, erklärt Schirmer. „Dazu gehört auch der Zeitmangel bei der Herstellung von Lebensmitteln, der zunehmend durch den Einsatz von Chemie kompensiert wird. Man kann essen, bis der Arzt kommt, oder Sie essen bei uns, dann bleiben Sie gesund.” Es sei ja inzwischen erwiesen, dass viele schwere Erkrankungen auf eine ungesunde Ernährung zurück zu führen sind.
So hatten die Gäste die Möglichkeit, die Vielfalt regionaler Produkte zu entdecken und zu erfahren, wie Lebensmittelproduzenten mit der Natur umgehen.
Seit vielen Jahren unterstützt auch Küchenmeister Torsten Kleinschmidt, Leiter des Ausbildungsrestaurants, den Slow-Food-Gedanken. Gute Gastronomie gilt es, in die Zukunft zu bringen, mit Regionalität und Ehrlichkeit. „Der Gast freut sich vielleicht, wenn er das Gesicht des Kochs und das, was er macht, sieht”, so Kleinschmidt. „Und heute können Sie ausnahmsweise auch in die Küche hinein gehen, um dem Koch über die Schulter zu schauen.”
Kleinschmidt stellte in diesem Zusammenhang die Azubis vor, darunter die, die als Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan kamen und nunmehr Kostproben ihrer Küche anboten. „Unter Slow-Food steht der Genuss im Vordergrund”, erklärte der Küchenmeister mit Verweis darauf, was die Gäste erwartet: Orientalisches Fladenbrot mit Huhn und Hummus, Zimtkaninchen, Wildleber Berliner Art, Minibratwurst vom Neuzeller Landschwein, Rote Linsensuppe und Fischbratwurst von Oderströmlingen.