Frankfurt/Oder (geh). Jeweils 10.000 Euro erhielten die Schuldnerberatungen der Wichern Diakonie und der Frankfurter Arbeitsloseninitiative von der Sparkasse Oder-Spree.

„Wir sind gern dabei, wenn es darum geht, die Schuldnerberatungen zu unterstützen“, versicherte die Leiterin der Sparkassenhauptgeschäftsstelle, Sybille Woite-Hermsdörfer während der Spendenübergabe. Die Sparkasse fördert die Schuldnerberatungsstellen seit dem Jahr 1997 und stellte bisher 411.000 Euro für die beiden Einrichtungen in Frankfurt (Oder) zur Verfügung. Obwohl die Sparkasse Oder-Spree nachweislich nicht für die hohen Verschuldungen von Haushalten verantwortlich ist, leistet sie diese Hilfestellung als einziges Kreditinstitut. Die Spenden nahmen Silvia und Joachim Krauß von der Frankfurter Arbeitsloseninitiative und Reiner Hempe und Kai Stähler von der Wichern Diakonie entgegen.
In beiden Beratungsstellen wurden im Jahr 2018 insgesamt rund 1.800 Menschen registriert. 49 Prozent von ihnen beziehen soziale Leistungen, 39 Prozent sind erwerbstätig, 13 Prozent in Rente und 8 Prozent Migranten.
„Diese Unterstützung ist für uns lebenswichtig - oder besser gesagt überlebenswichtig“, sagte Silvia Krauß von der Schuldnerberatung der Arbeitsloseninitiative. Denn der Anspruch, der an eine ordentlich funktionierende Schuldnerberatungsstelle gestellt wird, sei hoch. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, reiche es nicht, ein guter Berater zu sein. „Es wird auch ein hoher Maßstab im Hinblick auf die ständige Weiterbildung, auf die Mitarbeit in Landes- und Bundesarbeitsgemeinschaften und auf die räumliche und technische Ausstattung der Beratungsstellen angelegt”, so Krauß. „Und das geht eben nicht ohne Geld.“
Das sei auch Jens-Marcel Ullrich, Sozialdezernent in der Stadtverwaltung bewusst. Solange er im Amt ist, wolle er dafür kämpfen, dass beide Träger auch von der Stadt Frankfurt (Oder) unterstützt werden. „Jeder Euro ist sehr gut angelegtes Geld“, erklärte er. Die Stadt Frankfurt (Oder) zahlte im Jahr 2018 insgesamt 188.303 Euro an beide Schuldnerberatungsstellen. Für das Jahr 2019 haben die Träger 204.372 Euro beantragt.
Die Zuwendungen der Stadt basieren auf einer Statistik, genauso wie die Unterstützung durch die Sparkasse Oder-Spree. Und die Zahlungen des Landesamts für Soziales und Versorgung - der dritte Geldgeber - sind abhängig von der Anzahl der Insolvenzberatungen. „Da man nie in die Zukunft blicken kann, ist diese Summer von Jahr zu Jahr unterschiedlich“, so Silvia Krauß. Sie wünsche sich, dass es nicht nur Geld gebe, weil die Quantität - also die Anzahl geschriebener Briefe und geführter Gespräche - stimmt. Krauß: „Dann verliert man das aus dem Auge, was vor allem zählt - das Verständnis für die Menschen mit ihren Problemen, das Helfen in schwierigen Situationen auch ohne Geld und das Aufrichten, wenn jemand fast nicht mehr weiter kann.“