Frankfurt (Oder). Dr. Thomas Schneider, bis Ende Juni stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Oder-Spree feierte mit Kollegen, Weggefährten und der Familie seinen Abschied in den Ruhestand.

Von Katja Gehring


Nach 34 Jahren hat Dr. Thomas Schneider der Finanzwelt nun den Rücken gekehrt. Der Abschied in den Ruhestand war von seinen Kollegen der Sparkasse Oder-Spree wirklich feierlich gestaltet worden. Als Ort des Geschehens wählten sie die Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostbrandenburg, wo Dr. Schneider lange im Präsidium tätig war und schließlich zum Ehrenpräsidenten ernannt wurde.
Rolf Lindemann, Landrat des Landkreises Oder-Spree trat als erster Redner ans Pult. Offiziell hatten die beiden nicht allzu oft miteinander zu tun. Sie trafen lediglich während sechs Verwaltungsrats- und drei Kuratoriumssitzungen der Sparkasse Oder-Spree zusammen. „Trotzdem ist Dr. Thomas Schneider für mich gefühlt ein langer Wegbegleiter”, sagte Lindemann. Der Landrat gab den Gästen einen kurzen Überblick über Schneiders Werdegang.
Im Alter von 34 Jahren übernahm Dr. Thomas Schneider die Leitung der Potsdamer Filiale der Staatsbank der DDR. Nach der Wende arbeitete er unter anderem bei der Deutschen Bank. „Schließlich blieb er aber seiner soliden Linie treu und wechselte zur Sparkasse Frankfurt (Oder)”, resümierte Lindemann.
Das war 2001. Hier brachte er als Vorstandsvorsitzender die Fusion mit der Sparkasse Eisenhüttenstadt voran. Damit wurde die Sparkasse Oder-Spree zu der Viertgrößten im Land Brandenburg.
„Auch wenn eine Generation zwischen uns liegt, trafen wir uns immer auf Augenhöhe”, so Veit Kalinke, heute Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Oder-Spree. Ähnlich äußerte sich Mike Lipke, Vorsitzender des Personalrats: „Die Zusammenarbeit war immer konstruktiv und auf die Sache ausgerichtet”. Auch wenn die Zeiten schwierig waren, als „Deutschbanker” Schneider bei der Sparkasse anfing.
Natürlich ergriff auch Dr. Thomas Schneider während seiner Verabschiedung das Wort. Zu seinen Mitarbeitern sagte er: „Ohne Ihre fleißige Arbeit wäre der Vorstand nix”. Seit Ende Mai hatte Dr. Schneider noch einmal alle Geschäftsstellen besucht, um sich persönlich von den Teams zu verabschieden. Immer wieder wurde er gefragt, wie es ihm geht. Bei seiner Verabschiedung beschrieb er seine Gefühle mit einem Zitat von Kleist: „...und ehe Ihrs Euch verseht, wälze ich mich vor Freude in der Mittelstube”. Kurzerhand setzte sich Dr. Schneider einen Hut auf, nahm eine Zigarre zur Hand und verkündete: „Ich habe einen Plan und der ist mächtig gewaltig”. Mit seiner Hommage an die Olsenbande hatte er die Sympathie der Gäste, zu denen Paul Hünemörder, Manfred Zalenga, EWE-Generalbevollmächtigter Dr. Ulrich Müller sowie Frankfurts Oberbürgermeister René Wilke gehörten, gewonnen. Dr. Schneider wolle sich als Drei-Sterne-Opa, der er ist um die Enkelkinder kümmern, seinen Ehrenämtern im Lions-Club, bei der WohnBau sowie am Finanzgericht widmen und sein Engagement für das Kleist-Museum aufrecht erhalten. Für letzteres hatte er zu seinem Abschied um Spenden gebeten. Es sind über 3.000 Euro zusammen gekommen.