Frankfurt/Oder (geh). Die Sparkasse Oder-Spree hat vorige Woche Bilanz für das Geschäftsjahr 2017 gezogen.

„Die Entwicklung sorgt für wenig Sorgenfalten”, sagte Veit Kalinke, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Oder-Spree mit Blick auf die einheimische Wirtschaft, die sich 2017 sehr gut behaupten konnte. Überhaupt sei die gute Wirtschaftslage vor Ort Garant für die Ausweitung des Kreditgeschäfts sowohl gegenüber Privatpersonen als auch Unternehmen gewesen. Finanzierungen wurden dabei in erster Linie im Bereich des privaten und gewerblichen Wohnungsbaus nachgefragt. Stimulierend dafür wirkte das nunmehr seit einigen Jahren anhaltende niedrige Zinsniveau.
Der Vorstand der Sparkasse Oder-Spree zeigte sich mit dem Geschäftsjahr 2017 zufrieden, was sich unter anderem in der Steigerung der durchschnittlichen Bilanzsumme zum Bilanzstichtag auf 2.75 Milliarden Euro widerspiegelt. Das entsprach einem Wachstum um 83 Millionn Euro (1,1 Prozent) gegenüber dem Vorjahr.
„Ertragsquelle Nummer eins bei der Sparkasse ist nach wie vor der Zinsüberschuss”, so Kalinke. Auch in Zukunft werde mit anhaltend schwierigen Marktbedingungen gerechnet. Diesen sei es auch geschuldet, dass der Zinsüberschuss erneut unter dem Wert des Vorjahres ausläuft. Der Vorstandsvorsitzende: „Ungeachtet dessen und deshalb erfreulich, konnte das Betriebsergebnis vor Bewertung gesteigert werden”.
Konsumentenkredite für den privaten Verbrauch wurden 2017 stärker nachgefragt und beliefen sich zum Jahresultimo auf einen Bestand in Höhe von 58,2 Millionen Euro. Das ungebrochene Interesse an privaten Baufinanzierungen spiegelt sich in 74,5 Millionen Euro bewilligten Finanzierungsmitteln wider. Der Bestand an Kreditmitteln für den privaten Wohnungsbau wuchs auf rund 357,1 Millionen Euro.
Auch das Kundenwertpapiergeschäft der Sparkasse Oder-Spree entwickelte sich im Berichtszeitraum erneut positiv. Die Kunden nutzten aufgrund des Niedrigzinsniveaus zunehmend Investmentchancen, die mit einer aktiven Portfoliosteuerung gekoppelt sind. In enger Zusammenarbeit mit den Verbundpartnern ist es gelungen, den Bestand an Kundenwertpapieren auf ein Volumen von 405,8 Millionen Euro zu erhöhen.
Die Sparkasse Oder-Spree begleitete im vergangenen Jahr 20 Existenzgründungen mit einem Gesamtantragsvolumen von 10,2 Millionen Euro. Der Kreditbestand für Unternehmen und wirtschaftlich selbstständige Personen erhöhte sich auf 507 Millionen Euro. Die Darlehen an Kommunen haben sich dagegen um zirka 12 Millionen Euro auf nunmehr 57,6 Millionen Euro reduziert.
Das Geschäftsjahr 2017 brachte einen Gewinn in Höhe von 2,6 Millionen Euro ein. Die Summe wurde laut Kalinke vollständig dem Eigenkapital zugeführt.
Die Internetfiliale der Sparkasse Oder-Spree, die seit November 2016 in neuem Outfit erscheint, wird von den Kunden immer besser angenommen. 5 Millionen registrierte Besuche auf den Präsenzseiten und über 8,4 Millionen Besucher auf den Onlinebanking-Seiten untermauern diese Aussage. Rund 51.000 Kunden nutzen das Onlinebanking aktiv. Aber auch die zahlreichen Zusatzangebote der Internetfiliale wurden zunehmend genutzt.
Die Nähe zum Kunden war der Sparkasse Oder-Spree auch im vergangenen Jahr äußerst wichtig. Deshalb wurden rund 2 Millionen Euro in die komplette Umgestaltung der Vertriebsetage in der Hauptstelle in Frankfurt (Oder) investiert. Somit ist es den Mitarbeitern der Direktion Ost und der Direktion Firmenkunden seit Ende 2017 möglich, ihre Kunden in neugestalteten und modernen Büros zu empfangen und zu beraten.
Als weiteren Investitionsschwerpunkt nannte Kalinke die Komplettsanierung der Geschäftsstelle Brieskow-Finkenheerd, und mit der Einrichtung eines Cash-Points am Standort Hangelsberg sei eine gute Alternative zur dort bisher ansässigen Geschäftsstelle gefunden worden.
Den öffentlichen Auftrag erfüllte die Sparkasse Oder-Spree im Jahr 2017 wieder mit der Förderung von Vereinen und Initiativen, die dem Gemeinwohl der gesamten Region dienen. Über 800.000 Euro an Spenden-, Sponsoring- und Mittel aus dem Ertrag des PS-Lotteriesparens wurden zur Verfügung gestellt. Diese Mittel erwirtschaftet die Sparkasse mit dem Geld ihrer Kunden. Daher lässt sich die Sparkasse bei ihrer Vergabepraxis vom Grundsatz leiten, die Vereine und Initiativen zu fördern, die zur Sparkasse eine Geschäftsverbindung unterhalten und sich damit zu ihrem Geldinstitut bekennen. Die Sparkasse Oder-Spree will mit diesen Maßnahmen gezielt  Nutzen stiften für die Region.
Während der Bilanzpressekonferenz, bei der auch die Vorstandsmitglieder Harald Schmidt, Dr. Thomas Schneider, Matthias Maschke sowie Dr. Martin Wilke als stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender im Podium saßen, wagte Veit Kalinke einen Ausblick. Bezüglich der Entwicklungen am Geld- und Kapitalmarkt wird in 2018 von einem leichten Zinsanstieg bei einem insgesamt weiterhin sehr niedrigen Zinsniveau ausgegangen. Mit einer signifikanten Trendwende der Zinsentwicklung rechne der Vorstandsvorsitzende aber nicht.  Er sagte: „Das stellt weder uns noch die Sparer zufrieden”.
Um weiterhin modernsten Anforderungen zu entsprechen, plant die Sparkasse Oder-Spree für das Jahr 2018 ein Investitionsvolumen in von rund 3,3  Millionen Euro für bauliche Maßnahmen. Dazu gehören unter anderem die Einrichtung einer neuen Geschäftsstelle im Einkaufszentrum SMC im Norden von Frankfurt (Oder) sowie die Fertigstellung der im Bau befindlichen neuen Geschäftsstelle in Schöneiche. Mit diesen Maßnahmen unterstreicht der Vorstand wiederholt, dass ein stabiles Geschäftsstellennetz zur Philosophie der Sparkasse gehört. Weitere 700.000 Euro sollen im Bereich der IT-Technik und für infrastrukturelle Maßnahmen eingesetzt werden. Dazu zählen Investitionen in die Sicherheit und den Datenschutz sowie erforderliche Versionsanhebungen der Betriebssysteme.
In ihrem Geschäftsgebiet ist die Sparkasse Oder-Spree an 18 Standorten vertreten. Dort stellt sie ihren Kunden mit 25 Geschäfts- und 9 Selbstbedienungsgeschäftsstellen, 51 Geldautomaten - davon 12 mit Einzahlfunktion -  42 Kontoauszugsdruckern, 9 Überweisungsterminals und 6 Münzeinzahlgeräten das dichteste Servicenetz im Vergleich zu allen Mitbewerberinstituten zur Verfügung. In den Direktionen Ost, Süd und West werden über 140.249 Privatgiro- und 10.118 Geschäftsgirokonten von über 235 Mitarbeitern betreut.