Frankfurt/Oder (gla). Die Initiative „Zieh nach Frankfurt“ erhielt die Auszeichnung „Demografie-Beispiel des Monats“.

Mit der Kampagne beabsichtigt der Allgemeine Studentische Ausschuss (AStA) der Europa-Universität Viadrina, Pendler davon zu überzeugen, am Studienort zu wohnen. AStA-Referent Georg Gauger zeigte zwar Verständnis dafür, dass der Mangel an Studentenjobs und die Tatsache, dass nach 20 Uhr nichts zu essen zu finden ist, Menschen abschrecken könnte. Aber Frankfurt habe auch viele Vorteile: „Es ist eine Stadt, in der man nicht untergeht wie eine Nummer.“ Auch sei es viel leichter und billiger, hier eine Wohnung zu finden, als zum Beispiel in Berlin. Gauger rechnete vor, wie viel Zeit und Geld ein Umzug in die Oderstadt sparen würde, und wie viele Döner und Episoden der Fernsehserie „Game of Thrones“ das bedeutet.
Der geschäftsführende Universitäts-Präsident Professor Dr. Stephan Kudert würdigte die Initiative als weiteres Zeichen der guten Zusammenarbeit zwischen Stadt und Viadrina. Einige Menschen würden behaupten, die Frankfurter hätten nichts von der Universität. „Das ist grotesker Unfug, meine Damen und Herren“, sagte Kudert, und nannte als Gegenargumente die Buslinie 983 nach Slubice und das Kunstfestival Art an der Grenze. „In dieser Stadt passieren viele tolle Geschichten.“
Thomas Kralinski, Chef der Brandenburger Staatskanzlei, lobte ebenfalls die Initiative. Sie trage dazu bei, „dass eine Symbiose entsteht zwischen der Stadt und der Universität“, sagte der Staatssekretär bei seinem Besuch der Viadrina. „Frankfurt ist nun wahrlich kein Aschenputtel. Frankfurt kann sich wirklich sehen lassen.“ Er hob die besondere Lage hervor: „Eine Stadt am Fluss, die noch dazu eine Partnerstadt hat, wo man auch nach 20 Uhr essen kann.“