Frankfurt/Oder (gla). Das kommunale Integrationszentrum (KI) wurde offiziell eröffnet.

„Eine Einrichtung, die relativ einmalig ist, zumindest in der unmittelbaren Umgebung“, stellte Frankfurts Beigeordneter Jens-Marcel Ullrich das neue Zentrum vor. Es befindet sich im Erdgeschoss der Arbeitsagentur an der Heinrich-von-Stephan-Straße 2.
Neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich dort um Sozialarbeit, Arbeitsvermittlung und Bildungskoordination für Migranten, ausländische Studenten und Flüchtlinge, aber auch für potenzielle Arbeitgeber. „Wir eröffnen heute offiziell, aber wir waren in den letzten Monaten nicht untätig“, sagt Izabela Bliss, stellvertretende Chefin des Zentrums. Den meisten Zulauf hatte die Einrichtung bisher durch Syrer, Afghanen, Somalier, Iraner und Polen.
Für Oberbürgermeister René Wilke ist das Schlüsselwort der zentralen Anlaufstelle „Vernetzung“. Dort werden die verschiedenen Strukturen der Institutionen, die sich um Integration kümmern, miteinander verzahnt. Frankfurt (Oder) habe sich bei der Aufnahme von Migranten für einen eigenen Weg entschieden. Ein Beispiel dafür ist die dezentrale Unterbringung in Wohnungen. Kulturelle Vielfalt bedeute für die Stadt eine enorme Bereicherung, aber auch Herausforderung, findet Wilke. „Sie erfordert Respekt voreinander.“
Brandenburgs Staatssekretär Andreas Büttner lobte Frankfurts Weltoffenheit, die auch mit der international ausgerichteten Universität und der Nähe zu Polen zusammenhänge. „Ich freue mich immer, wenn ich über diese Brücke gehen kann und keine Grenzhäuschen sehe“, erklärte der Staatssekretär. „Daran lässt sich auch bei der Integration von Flüchtlingen anknüpfen.“
Ein Erfolgsbeispiel des Integrationszentrums ist Sinam Abdo. Die junge Syrerin bat um Hilfe bei der Anerkennung ihres Berufsabschlusses in der Vermessungstechnik. Nach Ansicht des Schulzeugnisses bescheinigte ihr die Industrie- und Handelskammer eine „teilweise Gleichwertigkeit“. „Da ich nicht wusste, was das heißt, bin ich noch mal zum KI“, erzählte Sinam Abdo bei der Eröffnung des Zentrums. Die Leute halfen ihr mit kompetenter Beratung, die notwendige Qualifizierung nachzuholen, um jetzt wieder in ihrem alten Beruf tätig zu werden.