Frankfurt/Oder (gla). Das Stadtarchiv erhielt am Dienstag ein wertvolles Geschenk.

Es handelt sich um den Nachlass von Georg Richter, Frankfurter Oberbürgermeister von 1903 bis 1917. „Als er verabschiedet wurde, ist er zum Ehrenbürger ernannt worden“, erklärt der Leiter des Stadtarchivs Ralf-Rüdiger Targiel. Das Original dieses Ehrenbürgerbriefs ist Teil des Nachlasses. Außerdem enthalten sind Georg Richters Anstellungsschreiben, seine Reden und sein Familienstammbuch. „Es ist natürlich klar, dass der Nachlass eines Oberbürgermeisters besondere stadthistorische Bedeutung hat“, sagt Targiel.
Geschenkt bekam das Stadtarchiv den wertvollen Nachlass von der Fielmann Aktiengesellschaft aus Hamburg. Das Unternehmen kaufte die historischen Dokumente, die sich in Privatbesitz befanden. Am vergangenen Dienstag überreichte Optikermeister Ulrich Renner, Leiter der Frankfurter Fielmann-Niederlassung das kostbare Geschenk im Gebäude des Stadtarchivs an Ralf-Rüdiger Targiel. Die Firma sorgt seit fünfzehn Jahren dafür, dass der Bestand des Stadtarchivs weiter wächst.
Georg Richter wurde 1853 in Frankfurt (Oder) geboren und besuchte dort das Friedrichsgymnasium. Er studierte Rechtswissenschaft und wurde 1882 Stadtrat. 1891 wurde er Oberbürgermeister von Hirschberg und Mitglied der dortigen Freimaurerloge „Zur heißen Quelle“. Als er zum Oberbürgermeister seiner Heimatstadt gewählt wurde, kehrte er dorthin zurück. Während Georg Richters Amtszeit wurde die Stadtbücherei eröffnet, das Denkmal für Heinrich von Kleist eingeweiht und das jetzige Städtische Gymnasium I, Karl-Liebknecht-Gymnasium gegründet. Auch der Hohenzollernplatz, heute Platz der Einheit genannt, stammt aus jener Zeit. Außerdem ließ Richter das Rathaus restaurieren und einen Anbau errichten. 1915 wurde er im Amt bestätigt, trat zwei Jahre später aber aus Gesundheitsgründen zurück. Eine Straße im Westteil der Stadt trägt seinen Namen.