Frankfurt/Oder (geh). Nach der Veröffentlichung über die Unstimmigkeiten im Lebenslauf des neuen Stadtsprechers Uwe Meier gab es lediglich Reaktionen im Internet.

Direkte Anfragen an die Redaktion des OderlandSpiegels gab es nicht. Dafür wetterten Beteiligte auf Facebook. Ein User sprach Oberbürgermeister René Wilke am 1. Oktober 2018 direkt an und meinte: „Auch wenn die Sache unangenehm ist, so sollte sie dennoch schnell in Ordnung gebracht werden - in der einen oder anderen Form...”. Darauf antwortete der OB: „Was soll in Ordnung gebracht werden? Es ist alles in Ordnung. Der OderlandSpiegel führt eine peinliche Kampagne gegen jemanden, den sie nicht leiden können. Mehr nicht. Die Texte sind voller Lügen, aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten und Falschdarstellungen. Manches ist auch schlicht erfunden”. Ins Detail geht René Wilke dabei nicht. Dafür stellt er sich wieder schützend hinter seinen Wunschkandidaten für das Amt des Pressesprechers: „Herr Meier hat einen korrekten Lebenslauf eingereicht. In der Personalverwaltung gab es einen Tippfehler”.
Nach einer Medienanfrage hatte Oberbürgermeister René Wilke angeboten, dem OderlandSpiegel den Original-Lebenslauf aus den Bewerbungsunterlagen von Uwe Meier zur Verfügung zu stellen. Das ist offensichtlich nicht geschehen. Zwar liegt der Redaktion ein Dokument vor. Das kann aber nicht das Original sein.
In der Vorlage für die Stadtverordneten waren die beruflichen Stationen Meiers mit Monats- und Jahreszahl versehen. Im vermeintlichen Original standen nur die Jahreszahlen. Das kann im Umkehrschluss zweierlei bedeuten: Entweder haben sich die Leute in der Personalabteilung die Mühe gemacht, in Meiers Unterlagen die Monate selbst zu recherchieren. Oder Uwe Meier ignorierte das Angebot des Oberbürgermeisters und hat nicht seinen Original-Lebenslauf eingereicht, sondern schnell ein neues Exemplar verfasst. Das zumindest würde den nächsten Fehler erklären, auf den eine Leserin hinwies. Uwe Meier schreibt: Redaktionsleitung der Anzeigenzeitung Der PreußenSpiegel in Burg bei Magdeburg (siehe OderlandSpiegel-Ausgabe 39, Seite 3). Der PreußenSpiegel hatte seinen Sitz in Brandenburg an der Havel. Außerdem: In der Vorlage ist von einer Jeanette Meier Anzeigenzeitung die Rede, im angeblichen Original nicht. Laut Vorlage war Uwe Meier Geschäftsführer bei Die Hamburger Woche Verlagsgesellschaft mbH in Hamburg, im „Original” aber Geschäftsführer des Anzeigenzeitungsverlages Die Woche in Harburg Verlagsgesellschaft mbH in Hamburg. Sind das auch Schreibfehler?