Frankfurt/Oder (gla). Am Montag war der Auftakt des einwöchigen Schreibmarathons der Europa-Universität „Viadrina“.

Die Hälfte ist der vorlesungsfreien Zeit vorbei, aber die Hausarbeit noch nicht geschrieben? Beim Schreibmarathon hatten Studierende und Promovierende der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) Gelegenheit,  gemeinsam an ihren wissenschaftlichen Texten zu arbeiten.
Während des Schreibmarathons bot das Schreibzentrum der Viadrina individuelle Schreibberatungen an. In Workshops bekamen die Teilnehmenden Tipps, wie sie stilsicher Texte verfassen und Plagiate vermeiden können.  
Das Schreibzentrum der Viadrina ist Teil des Zentrums für Schlüsselkompetenzen und Forschendes Lernen. Es unterstützt Studierende und Promovierende in der Entwicklung ihrer Schreibkompetenzen, berät Lehrende beim Einsatz von Schreibaufgaben und fördert akademisches Schreiben. Als erste Einrichtung bundesweit initiierte das Viadrina-Schreibzentrum 2010 die „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“, die mittlerweile zahlreiche Hochschulen in Europa, Asien und Nordamerika übernommen haben.Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Anja Voigt begrüßte die ersten 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer und erklärte den Schreibmarathon. Insgesamt wurden dafür vier Räume im Komplex an der August-Bebel-Straße gebucht, um auch Platz für Computerarbeitsplätze und einen Snacktisch zu haben. Mit einem Spiel half sie den Studierenden, einander kennenzulernen. Dabei wanderte alle durch den Raum. Wenn Anja Voigt klatschte, hielten alle an, um mit der am nächsten stehenden Person zu reden. Um den Vorgang zu erleichtern, trugen die Teilnehmenden Schilder mit ihren Vornamen.
Anschließend wurde in einer Schreibstaffel „Free Writing“?geübt. Diese Technik wurde einst von den französischen Surrealisten erfunden, wie Anja Voigt sagte. Vier Minuten lang wurde zu dem Thema „Was möchte ich diese Woche erreichen“ geschrieben, ohne den Stift abzusetzen. „Wenn der Stift in Bewegung bleibt, bleibt das Hirn in Bewegung“, wie Anja Voigt erklärte. Wichtig war dabei das Wissen, dass niemand diesen Text lesen wird. Dadurch werden Hemmungen beim Schreiben und Sorgen um Fehler umgangen.
Anschließend sollten die Beteiligten den Text anschauen und in einem Satz zusammenfassen, der als Grundlage für die nächste vierminütige Schreibstaffel dienen sollte. Diese Übung wurde mehrmals wiederholt.
Danach schrieben alle ihre Namen und ihr Ziel für die Woche auf verschiedene Moderationskarten, die sie dann auf einer Zielscheibe befestigten. Damit sollten sie einschätzen, wie weit sie noch vom Erhofften entfernt waren. Im Laufe des Schreibmarathon sollte die Position dieser Karten je nach Fortschritt verändert werden, bis die Namen die Ziele erreichten.
Zum Schluss sollte jeder einen Vertrag mit sich selbst unterzeichnen, der mit den Worten „Ich verpflichte mich hiermit, auf folgendes Schreibziel hinzuarbeiten“ begann. Die Verträge wurden eingesammelt und am Freitag wieder ausgeteilt.