Landkreis Oder-Spree (hn). Die Karnevalistische Saison nähert sich auch im Oderland ihrem Höhepunkt.

Am 12. Februar ist Rosenmontag, zwei Tage später folgt der Aschermittwoch, dann ist fast alles wieder wie vor dem 11.11.
Doch vorher wird noch tüchtig gefeiert, in den Dörfern ziehen die Zamperer von Haus zu Haus, um Eier, Speck, und so manche andere Köstlichkeit zu erbitten. So auch Ende Januar in Brieskow-Finkenheerd wo der Fastnachtsclub seine Leute und interessierte Mitbewohner versammelte, um durch den Ortsteil Finkenheerd zu ziehen. In Brieskow waren sie schon am Wochenende zuvor unterwegs, mit ergiebiger „Beute”, wie Vereinspräsident Mario Rückert erzählte. „Wir befinden uns in der 36. Saison”, so Rückert. Unter dem Motto: Da halfen keine Pillen und kein Gewinsel, der FFC ist reif für die Insel.”
Die Zamperspenden werden traditionell zur Ausgestaltung der Senioren- und Kinderfastnacht verwendet. Bis auf das Sorbische führt der Präsident die Tradition zurück, sie diene dem Austreiben des Winters und das wird am 22. Februar anlässlich des Seniorenfaschings stimmungsvoll begonnen. Rührei und Schnaps werden da gereicht, auch von den Sitzen reißende Fastnachtsmusik zum Tanzen, steht neben dem neu einstudierten Programm der Vereinsmitglieder auf der Liste der Höhepunkte der Party.
Die Zamperfreunde trafen sich um 9 Uhr. Zirka 40 Leute waren von Anfang an dabei. Auf sie wartete bereits so mancher Finkenheerder mit seinen Spenden. Ein Schnäpschen und einen Tanz gab es als Dank dafür. Heiße Rhythmen, ausgestrahlt über die Lautsprecher des Zampermobils.
Bereits vom Wochenende zuvor konnten die Finkenheerder über eine Ernte von rund 300 Eisern berichten, ungefähr noch einmal so viele sollten an diesem Tag zusammen kommen, auch so mancher Euroschein für die Vereinskasse.
Innerhalb der lustigen Truppe war Marte Mogschan (12) zum ersten Mal dabei und fand es toll, dass sich alle verkleidet hatte. Als Stabträgerin macht schon seit ihrem 3. Labensjahr die 11-jährige Betty Bartel mit, weicht dabei „Altkader” Dieter Wunsch nicht von der Seite und hatte ihre Freundin Fiona Nawrot mitgebracht.
Mit einem lauten „Hallo” wurde Amtsdirektor Danny Busse begrüßt. Er nimmt schon jahrelang teil, für ihn als Vereinsmitglied eine ganz selbstverständliche Sache. Nun harrt er des Aschermittwochs. Zur Karnevalseröffnung am 11.11. übergab er wegen leerer Rathauskasse sein letztes Hemd an die Närrinnen und Narren. Mal sehen, was am Aschermittwoch zurück kommt. Vielleicht zwei?
„Am 24. Februar steigt um 19 Uhr unser Großer Fastnachtsball mit vielen scharfen Programmeinlagen”, so Mario Rückert. „Und alle sind eingeladen, in die Mehrzweckhalle zu kommen und dabei zu sein.”
Zur traditionellen Zampertour durch Kummro hatte der Erste Kummroer Traditionsverein eingeladen. Annette Werner übernahm kürzlich vom langjährigen Vorsitzenden Mario Krüger den Staffelstab. „Wir sind jetzt eine gute Doppelspitze”, sagte die neue Vorsitzende.
Das Zampern startete morgens um halb Zehn. Allen voran zogen „Die lustigen Hühner” mit Pauke und Blasinstrumenten. So war die Schar der Zamperer schon einigermaßen groß, als es hieß, sich zum Gruppenfoto aufzustellen und danach an den ersten Haustüren zu klingeln.
Holger und Heike Günther hatten auf ihrem Hof bereits Eierbrötchen und Pfefferminzlikör zur Stärkung vorbereitet. Als Dank dafür spielte die Kapelle zum Tanz auf, bevor sich der Tross weiter in Bewegung setzte und bei Familie Schmidt bereits erwartet wurde. Auf dem Anhänger eines Traktors luden auch hier Imbiss und Getränke zum Verzehr ein, auch hier gab es ein Dankeschön-Tänzchen für die Gastgeber. So hatten die Zamperer bis in den Nachmittag hinein eine anstrengende Tour zu absolvieren, wurden von den Kummroern mit so manchem Leckerbissen empfangen und sammelten fleißig Speck, Eier und andere Köstlichkeiten für die eine Woche später stattfindende Kreschke ein. Alle zeigen sich sehr spendabel.
„Zwischendurch kamen immer wieder Leute hinzu. Auch die Enkel werden geholt und wir versuchen, alle Kummroer Häuser einzubeziehen”, sagte Annette Werner. Dabei gab es so manchen Euroschein für die Vereinskasse, so dass damit weitere Aktivitäten im Jahr finanziert werden können.