Eisenhüttenstadt (hn). Der SPD-Ortsverein hatte zum traditionellen Neujahrsempfang eingeladen.

Als Gäste begrüßte Moderatorin Ingrid Siebke Landrat Rolf Lindemann, Beeskows Bürgermeister und SPD-Unterbezirksvorsitzenden Frank Steffen, Bürgermeister Frank Balzer, SPD-Fraktionsvorsitzenden in der Stadtverordnetenversammlung Holger Wachsmann und die Neuzellerin Christiane Barczikowski, die zur Landtagswahl 2019 antreten will.
Das Jahr 2019 werde ein Jahr sein, in dem beschlossen wird, wie künftig miteinander umzugehen und miteinander zu leben ist, denn drei Wahlen - Europaparlament, Stadtverordnetenversammlungen und Kreistage sowie das Landesparlament - seien zu absolvieren, eröffnete Ingrid Siebke den Meinungsaustausch im Restaurant am Hotel Berlin. Als besonders wichtig betrachte sie dabei die Wahlen zum Europaparlament, denn diese würden den Weg festlegen, den Europa künftig beschreiten wird. „Dieses Europa hat uns lange Zeit Frieden und Wohlstand gebracht”, erinnerte Ingrid Siebke. „Und wenn wir sehen, wie die Welt im Moment neu verteilt wird, wäre es das Dümmste und das Schlimmste, Europa auseinander fallen zu lassen.” Sie befürchte, dass jene, die Europa nicht wollen, sich stärker im Parlament wiederfinden werden.
Holger Wachsmanns Rede bezog sich auf Erfolge und Probleme der Kommunalpolitik sowie den Zustand der Bundes- und Landes-SPD, der von den Genossen vor Ort kritisch betrachtet wird. Dort haben die Verantwortlichen die Verbindung zu den Menschen an der Basis offenbar verloren, während die lokalen Politiker ein gutes Verhältnis zu den Menschen hätten. Eisenhüttenstadt zähle mit ihrer Einwohnerzahl zu den eher kleineren Städten, die jedoch über vieles verfüge, was sie im Bundesmaßstab einzigartig macht - Theater, Schwimmhalle, Bibliothek, „so etwas wie das Dokzentrum”, diverse Sporteinrichtungen, Skihang, Marathonstrecke, eine gute Kita- und Schullandschaft und ein Krankenhaus seien in dieser Kompaktheit in einer Stadt dieser Größenordnung nicht noch mal anzutreffen, was Besucher immer wieder in Erstaunen versetzt. Wachsmann betonte, die Stadt besitze einen ausgeglichenen Haushalt, trotzdem sei es harte Arbeit, die genannten Stätten zu finanzieren. Der Bau der neuen Feuerwache wäre „nicht mehr zu verhindern”. Dieses Thema begleitete die parlamentarische Arbeit bereits seit vielen Jahren, ebenso wie Fragen der öffentlichen Sicherheit.
Sehr verbessert habe sich auch die Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung seit Rolf Lindemann deren Chef ist. Als Beispiele dafür nannte Wachsmann das Oberstufenzentrum und dessen Mensa-Anbau, die Innen- und Außengestaltung des Gymnasiums und die Modernisierung der Gesamtschule. Verbessert haben sich auch die Nutzungsmöglichkeiten der Sporthallen, und das Thema Altenheim stehe nach wie vor auf dem Plan.
Christiane Barczikowski, die als SPD-Direktkandidatin in den Landtag einziehen will, orientiert ihre politischen Aktivitäten am Wahlkampfthema „Mehr Miteinander” des Eisenhüttenstädter Bürgermeisters und den Erfahrungen der ältesten Brandenburger SPD-Bürgermeisterin Ellen Wischnewski (92), die die Umfragewerte der SPD mit dem einfachen Satz: „Wir müssen uns über den Zustand unserer Partei nicht wundern, weil die Basis nicht mitgenommen wurde” kommentierte. Und die Basis müsse „nerven”, um Gehör zu finden.