Ostbrandenburg (geh). Nach der großen Runde in der Staatskanzlei mit Medienvertretern aus dem gesamten Land Brandenburg ergab sich noch die Möglichkeit, dem Ministerpräsidenten Leserfragen zu stellen.

In der OderlandSpiegel-Ausgabe 4 vom 28. Januar 2017 hatte das Redaktionsteam Leserinnen und Leser gebeten, ihre persönlichen Fragen an den Ministerpräsidenten Dr. Dietmar Woidke zu schicken. Dabei kam ein ordentlicher Stapel zustande. Die Fragen drehten sich um viele Themen, wie Bildung, deutsch-polnisches Zusammenleben in der Grenzregion und der öffentliche Nahverkehr. Ein Leser aus Steinhöfel wollte wissen, wann sich die Landesregierung eindeutig zur Altanschließerproblematik positionieren will und sich nicht nur hinter Gutachten mit rechtlichen Spitzfindigkeiten versteckt.
Eine Leserin aus Frankfurt (Oder) drückte in einer E-Mail ihre Sorge um die Heimat aus. Die Region an der Peripherie des Landes habe es ihrer Ansicht nach schon schwer genug, Unternehmen anzusiedeln. Hinzu komme die Direktkandidatur Alexander Gaulands. Berichte aus Dresden, wonach die Pegida-Demonstrationen negative Auswirkungen auf die Wirtschaft hatten, schürten ihre Befürchtungen.  Sie wollte vom Minsterpräsidenten wissen, ob das stimmt.
Unter allen eingesandten Fragen wurde am Ende eine zur Verwaltungsstrukturreform ausgelost, die von einer Leserin aus Frankfurt (Oder) kam. Die Antwort von Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke ist im Wortlaut nachfolgend zu lesen.
Katja Gehring: Herr Dr. Woidke, warum tut sich die Landregierung so schwer, die kreisfreien Städte grundsätzlich zu Kreisstädten zu machen?
Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke: „Wir müssen im Land darauf achten, dass die Landesverwaltung in der Fläche des Landes auch künftig in guter Qualität vorhanden ist. Die Diskussion, welche Städte den Kreissitz haben werden, ist noch offen. Wenn das die bisherigen kreisfreien Städte wollen, dann müssen sie das klar artikulieren. Dafür gibt es durchaus gute Argumente. Anderseits müssen wir dafür sorgen, dass nicht nur an drei, vier Stellen Landesverwaltung stattfindet, sondern dass wir Landesverwaltung überall haben und sie für den Bürger erlebbar ist. Alle drei kreisfreien Städte, die in Nachbarkreise integriert werden sollen, haben sehr viele Beschäftigte aus der Landesverwaltung - vom Land bezahlte Verwaltungsstellen. Alle drei Städte haben Hochschulen beziehungsweise Universitäten. Alle drei Städte haben mehrere Landeseinrichtungen. Alle drei haben einen Polizeistandort. Also, wir werden darauf achten, einen starken Staat zu haben, aber nicht nur an drei oder vier Stellen des Landes. Sondern, wir brauchen auch Landesverwaltung in der Fläche des Landes. Und das hätte ja eine Forderung sein können, als die drei Oberbürgermeister zum Gespräch hier waren. Aber zu diesem Thema kam ja nichts. Es wurde nur pauschal Nein gesagt. So kommen wir nicht weiter.”