Fürstenwalde (eb/geh). Am Samstag, dem 5. Mai 2018 können Besucher das Archiv-, Lese- und Medienzentrum der Kreisverwaltung Oder-Spree an seinem neuen Standort in Nähe der Autobahnabfahrt Fürstenwalde-Ost auf außergewöhnliche Weise entdecken.

Ab 14 Uhr wird in den einstigen Industriehallen in der Lise-Meitner-Straße 11/12 die raumgreifende Bild- und Toninstallation „Lebendiges Archiv“ erstmals zugänglich und erlebbar. Dafür bietet die Haupthalle des neuen Kreisarchivs mit ihrer technischen Ausrüstung auf modernstem Stand eine besondere Kulisse. Hier verschmelzen die historischen Zeitzeugnisse des Kreisarchivs mit den filmisch festgehaltenen Erinnerungen lebender Zeitzeugen. Zur Einbettung der Zeitzeugenberichte in die jeweiligen historischen Kontexte kommt Fernseh-Archivmaterial zum Einsatz, sodass für den Betrachter ein umfassendes Bild herausragender geschichtlicher wie persönlicher Ereignisse und Eindrücke entsteht. Möglich wurde das Projekt mit finanzieller Unterstützung seitens der Sparkasse Oder-Spree in Zusammenarbeit mit dem Förderverein der Burg Beeskow.
„Archive und Museen stehen unter dem latenten Generalverdacht, im willkürlichen Umfang Schriftgüter und tote Gegenstände zu bewahren und gelten oftmals als Friedhöfe untergegangener Zeiten und Kulturräume. Unter Staub begraben und von Spinnennetzen überzogen lagern hier nutzlos gewordene Überbleibsel aus vergangenen Tagen. Aber dieses Klischee bröckelt und das Interesse, Dinge über die eigene Region und Herkunft in Erfahrung zu bringen und in den Zusammenhang mit heute relevanten Fragen von gesellschaftlicher Entwicklung zu stellen, wächst spürbar“, beobachtet Arnold Bischinger, Leiter des Kultur- und Sportamtes im Landkreis Oder-Spree.
Diesen sich abzeichnenden Paradigmenwechsel nutzt ein eigens anlässlich der Eröffnung des Archiv, Lese- und Medienzentrums gemeinsam mit dem Theaterkollektiv THEALOG unter der Projektleitung von Hannes Schladebach initiiertes Zeitzeugenprojekt. Nachdem Anfang des Jahres ein öffentlicher Aufruf Zeitzeugen dazu einlud, sich vor laufender Kamera ins Gespräch zu bringen, konnten über 15 Stunden persönliche Geschichten und aus biografischer Perspektive nachgezeichnete Geschichte filmisch festgehalten werden.
In der Verantwortung des Kultur- und Sportamtes des Landkreises Oder-Spree befinden sich gleich drei zentrale Archive, die die Geschichte der Region auf ihre jeweils besondere Art widerspiegeln. Neben dem bundesweit geschätzten Kunstarchiv Beeskow mit seinen über 23.000 Kunstwerken aus den Parteien, Massenorganisationen und Staatsorgangen der DDR und dem Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt mit über 160.000 Objekten aus allen Bereichen des täglichen Lebens dient das Kreisarchiv in Fürstenwalde als öffentliches Nachschlagewerk zur Regionalgeschichte und unterstützt als Lese- und Medienzentrum die Bibliotheken und Schulen. Zudem startet von hier aus an mindestens fünf Tagen in der Woche auch die Fahrbibliothek in abgelegene Regionen des Landkreises.
Alle Interessierten können die umgebauten Hallen auf dem Areal der Lise-Meitner-Straße in Fürstenwalde erstmals am Samstag, dem 5. Mai 2018 besichtigen. Nach dem offiziellen Teil bieten ab 14 Uhr Führungen den Gästen Einblicke in zwei ganz unterschiedliche Bereiche. Während in der kleineren Halle das beschriebene Archiv, Lese- und Medienzentrum des Landkreises Oder-Spree seinen Platz findet, finden in der gößeren Halle künftig die Mitarbeiter des Brand-, Zivil- und Katastrophenschutzes der Kreisverwaltung, Helfer des Katastrophenschutzes des Landkreises Oder-Spree und die Helfer der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, Ortsverband Fürstenwalde an einem gemeinsamen Standort beste Voraussetzungen.
Parkmöglichkeiten sind direkt auf dem Gelände vorhanden. Gäste werden gebeten, den Ausschilderungen und Einweisern zu folgen.