Ostbrandenburg (geh). Auf ihrer Herbstkonferenz in Bremen haben sich die Umweltminister von Bund und Ländern dem Umgang mit dem Wolf gewidmet.

Von besonderer Bedeutung ist für Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger, dass der Bund bis spätestens zur Umweltministerkonferenz im Frühjahr 2019 eine „rechtssichere Grundlage zur Entnahme von problematischen Wölfen zum Schutz der Weidetierhaltung bei Einhaltung der notwendigen Präventionsmaßnahmen“ vorlegen will. Die Umweltministerkonferenz hat den Bund weiterhin aufgefordert, bis zum ersten Quartal 2019 eine Habitatanalyse für den Wolf zu erarbeiten und eine überschlägige Abschätzung des günstigen Erhaltungszustands vorzunehmen.
Laut Vogelsänger habe sich Brandenburg in den vergangenen Monaten dafür eingesetzt, bei der Europäischen Kommission bessere Unterstützungsmöglichkeiten für den Umgang mit der geschützten Tierart Wolf zu erreichen. Vor diesem Hintergrund begrüße er die Ankündigung der Kommission, dass zukünftig die für viele Betriebe sehr aufwändigen Investitionen für Vorsorgemaßnahmen gegen Wolfsübergriffe zu 100 Prozent finanziert werden können, ohne dass dies als unzulässige Beihilfe gilt. „Wir begrüßen auch, dass unsere Forderung, Schäden vollständig, also zu 100 Prozent, erstatten zu können, in Brüssel endlich Gehör gefunden hat”, so der Minister weiter. Beides bezeichnet er als Etappenziel: „Wir müssen uns im Klaren sein, dass angesichts der weiter steigenden Zahlen der Wölfe mehr Geld für die Prävention und die Entschädigung nicht das Allheilmittel sein kann, um alle Probleme zu lösen.“ In 2017/2018 sind für das Land Brandenburg 26 Wolfsrudel und zwölf Paare nachgewiesen. Seit 1990 starben 73 Wölfe im Straßenverkehr. Des Weiteren wurden 16 illegal geschossene Wölfe bekannt.