Frankfurt (Oder). Vor zwei Wochen berichtete der OderlandSpiegel über die Schließung des Restaurants „Herzog Heinrich Stuben“.

Von Georg Langer

Nach Veröffentlichung des Artikels meldete sich der aus Regensburg stammende Verpächter Alois B. per E-Mail bei der Redaktion. Er verlangte eine genormte Gegendarstellung und drohte mit „Strafanzeige wegen Verleumdung und wissentlicher Unterstützung einer Straftat“. Zwei Telefonate später erklärte er sich stattdessen zu einem Gespräch bereit, um seine Version der Vorfälle darzustellen.
B. bezeichnete den Pächter Maggiolino F. und dessen Freundin als Mietnomaden. Ursprünglich war eine Monatsmiete von 1.200 Euro für die Gaststätte und 800 Euro für die Pächterwohnung vereinbart.
„Bereits nach einem Monat stellte sich aber heraus, dass die beiden nicht fähig waren, ein gut etabliertes Restaurant zu betreiben“, erklärte B. „Zwei von unserer Firma zur Verfügung gestellte Köche haben bereits nach kurzer Zeit gekündigt, da die hygienischen Umstände, welche von Herrn F. in keinster  Weise beachtet wurden, katastrophal seien.“ Maggiolino F. und weitere Quellen sagten aus, der eine Koch hätte gekündigt, weil ihm das tägliche Pendeln aus Berlin zu viel Aufwand war, und der andere hätte von Alois B. die Kündigung erhalten.
B. erklärte, er habe die Tagesumsätze aus dem Tresor genommen, um Miete und vorgeschossene Kosten zu decken. Diese sollten laut Vertrag aber am Ende des Monats verrechnet werden, teilte F. mit. „Nun ist dem Spuk ein Ende gemacht worden, nachdem Herr F. vom Vermieter klargemacht wurde, dass er durch sein Verhalten das Vermieterunternehmen unter anderem so geschädigt habe, dass schlussendlich der Geschäftsführer des Vermieters Insolvenz anmelden musste“, sagt Alois B.. Zu seinen früheren Firmen, die auch alle insolvent sind, wollte sich der Unternehmer nicht äußern.
„Nach erstem Augenschein hat das Gaunerpärchen große Teile beweglichen Inhalts des Restaurants mitgenommen“, so der Regensburger. Ihm sei dadurch und durch ausstehende Miete ein finanzieller Schaden von zirka 60.000 Euro entstanden. Unter anderem fehlten in der Küche zwei Regale und zwei Arbeitstische aus Edelstahl. B. räumte allerdings ein, dass F.'s Auto nicht groß genug ist, um diese Tische zu transportieren.
Im Anschluss an das Gespräch führte B. in den Keller und die Pächterwohnung des Hotels, um dort Müll und Schmutz zu zeigen, den der Pächter, seine Freundin und ihre vier Katzen zurückgelassen hätten. F. bestreitet das und gibt an, das Paar hätte nur zwei Katzen.
„Inzwischen ist der Hotelbetrieb in den Händen einer neuen sehr aktiven Pächterin und diese wird auch den Restaurationsbetrieb in Kürze nach Renovierung und Beseitigung der hinterlassenen Vandalismusschäden wieder ordentlich und gesellschaftsgerecht weiterführen,“ teilte B. mit, der selbst nicht fotografiert werden wollte. Auch bat er darum, die neue Pächterin des Hotels Altberesinchen nicht namentlich zu erwähnen. Zum Schluss forderte Alois B., ihm die Namen der Quellen zu nennen. Als ihm das mit Verweis auf den Pressekodex verweigert werden musste, kündigte er eine einstweilige Verfügung an.