Eisenhüttenstadt (eb/geh). Um die Aktivitäten der Staatssicherheit der ehemaligen DDR in Eisenhüttenstadt geht es in einer Veranstaltung am Donnerstag, dem 21. September 2017 im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR.

Ab 14 Uhr laden die Mitarbeiter der Frankfurter Außenstelle des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU) und der Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur zunächst zu einer Bürgerberatung ein. Es besteht die Möglichkeit, sich im persönlichen Gespräch über die Einsichtnahme von Stasi-Unterlagen zu informieren sowie einen Antrag auf Einsichtnahme zu stellen.
Um 18 Uhr folgt ein Lichtbildvortrag von Rüdiger Sielaff, Leiter der Außenstelle der BStU Frankfurt (Oder), unter dem Titel: „Beobachten, Verfolgen, Zersetzen - Das Wirken der Stasi in Eisenhüttenstadt”. Der Vortrag von Rüdiger Sielaff basiert auf jahrelangen akribischen Aktenstudien sowie der Rekonstruktion von zerrissenem Material, das in Frankfurt (Oder) in händischer Arbeit zusammengefügt wurde. Im Ergebnis ermöglichte dies umfangreiche Einblicke in das Wirken der Staatssicherheit im Stadt- und Kreisgebiet von Eisenhüttenstadt. Im Fokus des Vortrags steht das letzte Jahrzehnt der DDR mit den sich mehrenden Berichten über Unzufriedenheit in der Bevölkerung, die Ausreisewelle sowie Mangelversorgung und Misswirtschaft in den Betrieben.
Die Kreisdienststelle Eisenhüttenstadt des Ministeriums für Staatssicherheit in der Friedrich-Engels-Straße 1 beschäftigte laut Stellenplan des Jahres 1989 über sechzig hauptamtliche Mitarbeiter, darunter vier Offiziere im besonderen Einsatz und zwei hauptamtliche inoffizielle Mitarbeiter. Zu ihren Aufgaben gehörte die Außensicherung militärischer Objekte im Kreis, zum Beispiel der Truppenübungsplatz der Sowjetarmee in Dubrow bei Müllrose. Die „Absicherung“ des Eisenhüttenkombinats Ost bildete einen weiteren Arbeitsschwerpunkt, hinzu kamen zahlreiche weitere Betriebe. Auch die Städtepartnerschaft von Eisenhüttenstadt und Saarlouis rief die Stasi auf den Plan, die für eine lückenlose Überwachung der Reiseteilnehmer sorgte und alles tat,
um private und persönliche Kontakte im Rahmen der Städtepartnerschaft zu erkennen und zu unterbinden. Bald wurde sie allerdings der Ausdehnung privater Kontakte nicht mehr Herr...
Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Allerdings besteht für den Abendvortrag nur eine begrenzte Platzzahl. Reservierungen unter der Rufnummer 0 33 64-41 73 55 werden daher von den Veranstaltern empfohlen.