Frankfurt/Oder (gla). Im Verkehrsgarten begann die Mobilitätserziehung.

Auf dem ehemaligen Sportplatz an der Lichtenberger Straße üben bereits die vierten Klassen der Frankfurter Schulen für die Fahrradprüfung. „Wenn es läuft, gehen wir auch an die Kindergärten“, sagt Mario Primas, Leiter des bbw Bildungszentrums Ostbrandenburg, das den im vorigen Winter eröffneten Verkehrsgarten gestaltet. Primas ist froh, dass die Mobilitätserziehung jetzt vom Jobcenter gefördert und von der Stadtspitze unterstützt wird. Vorher mussten sich bbw und der ADAC allein um die Fahrradprüfungen von Schulkindern kümmern, da sich die Stadt aus der Verkehrserziehung zurückzog. „Wir sind jetzt zwei Jahre auf eigene Kosten an die Schulen getingelt“, sagt Primas. Inzwischen stellt das Jobcenter Arbeitskräfte mit Mehraufwandsentschädigung zur Verfügung. Der Leiter des Tiefbauamts Frank Herrmann vermittelte die kostenlose Vermietung des Geländes. „Da, wo wir helfen konnten, haben wir geholfen“, sagt der Amtsleiter. So erhielt der Verkehrsgarten unter anderem Material für Zäune, Farbe und Schilder aus Restposten.
„Schön, dass das so entstanden ist, denn ich habe an den Platz noch Kindheitserinnerungen“, sagt Frankfurts Bürgermeister und Beigeordneter Claus Junghanns, der auf dem Sportplatz seine ersten Fußballversuche unternahm und auf der dazugehörigen „Idiotenwiese“ Autofahren lernte. Er ermutigte die anwesende Klasse 4b der Friedensschule, Radfahren zu lernen, „so dass ihr, wenn die Sommerferien kommen, auch mit dem Fahrrad und den Eltern an die Helene fahren könnt“.
Dank der Stiftung Sozialpädagogisches Institut verfügt der Verkehrsgarten über einige Fahrräder und Helme, die Kinder nutzen können. Natürlich sei es immer besser, mit dem eigenen Fahrzeug zu lernen, findet Primas. Dieses Jahr soll der Verkehrsgarten noch eine Mountainbikestrecke, kleine Spielbereiche und einen Bolzplatz bekommen, und eine Fahrschullehrerin einstellen. Vormittags ist der Verkehrsgarten für Schulklassen und Kindergärten reserviert. Montags bis freitags von 13 bis 16 Uhr und am ersten und dritten Samstag des Monats von 13 bis 17 Uhr kann er ohne Anmeldung von der Öffentlichkeit genutzt werden.