Eisenhüttenstadt (eb/gla). Am Mittwoch, 6. Dezember 2017 hält Rüdiger Sielaff einen Vortrag im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR.

Unter dem Titel „Beobachten, verfolgen, zersetzen“ berichtet er über das Wirken der Stasi in Eisenhüttenstadt. „Wir wiederholen damit aufgrund der großen Nachfrage eine Veranstaltung vom September dieses Jahres“, teil Kurator Axel Drieschner mit. Der Vortrag von Rüdiger Sielaff, Leiter der Außenstelle der BStU Frankfurt (Oder), basiert auf jahrelangen akribischen Aktenstudien sowie der Rekonstruktion von zerrissenem Material, das in Frankfurt (Oder) in händischer Arbeit zusammengefügt wurde. Im Ergebnis ermöglichte dies umfangreiche Einblicke in die Tätigkeit der Staatssicherheit im Stadt- und Kreisgebiet von Eisenhüttenstadt.
Die Kreisdienststelle Eisenhüttenstadt des Ministeriums für Staatssicherheit in der Friedrich-Engels-Straße 1 beschäftigte 1989 über sechzig hauptamtliche Mitarbeiter. Zu ihren Aufgaben gehörte die Außensicherung militärischer Objekte im Kreis, zum Beispiel der Truppenübungsplatz der Sowjetarmee in Dubrow bei Müllrose. Die „Absicherung“ des Eisenhüttenkombinats Ost bildete einen weiteren Arbeitsschwerpunkt. Hinzu kamen weitere Betriebe wie die Yachtwerft Eisenhüttenstadt, die Großbäckerei Eisenhüttenstadt, das VEB Bezirksfleischkombinat, das BMK-Ost und außerhalb des Stadtgebiets unter anderem der Forstwirtschaftsbetrieb Müllrose und das Kraftwerk in Brieskow-Finkenheerd.
Im Fokus des Vortrags steht das letzte Jahrzehnt der DDR mit den sich mehrenden Berichten über Unzufriedenheit in der Bevölkerung, die Ausreisewelle  sowie Mangelversorgung und Misswirtschaft in Betrieben.
Der Vortrag beginnt um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Platzreservierung beim Dokumentationszentrum in der Erich-Weinert-Allee 3, unter 03364 41 73 55 oder unter info@alltagskultur-ddr.de ist erforderlich.