Eisenhüttenstadt (hn). Jeder Patient, der Hilfe braucht, wird sie auch bekommen.

Das war das Fazit der Beratung von Bürgermeister Frank Balzer mit Vertretern der Eisenhüttenstädter Ärzteschaft und der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg. Seit langem steht die prekäre medizinische Versorgung durch Haus- und Fachärzte in Eisenhüttenstadt im Focus der Einwohner. Lange Wartezeiten und als Ausweichmöglichkeit Facharztbesuche in anderen Orten sind keineswegs förderlich für die Stimmung unter den Patienten.
Obwohl Ärzte und Schwestern immer häufiger bis an ihre Leistungsgrenzen und darüber hinaus gehen, kommt es zunehmend zu Unmutsäußerungen. Dabei sollte sich mancher fragen, ob 15 bis 20 Arztbesuche im Quartal notwendig sind oder Hausbesuche angefordert werden müssen, wenn keine Dringlichkeit besteht. Darüber hinaus ist es schwer, junge Ärzte und ihre Familien ohne Arbeitsplatzgarantie nach Eisenhüttenstadt zu holen. Das Problem könnte sich künftig verschärfen, da es wegen Erreichen des Rentenalters weitere Praxisschließungen geben wird. Sah es bezüglich der Schließung der Praxis von Dr. Sylke Karras Ende Mai kurzzeitig gut aus, sagte der avisierte Nachfolger wieder ab, was dazu führte, dass 1.200 Patienten anderweitig untergebracht werden müssen. Ein Drittel konnte das Medizinische Versorgungszentrum und weitere hundert die Praxis Dr. Uta Böhme übernehmen. Mobilen Patienten wird empfohlen, zur Praxis Andrea Riedel in Guben oder Dr. Daniel Karaa in Beeskow auszuweichen. Für jene, die dies nicht können, sollen Transportmöglichkeiten durch Hilfsdienste akquiriert werden. Mittel- und langfristig ist es notwendig, medizinischen Nachwuchs an die Region zu binden, sagt Krankenhaus-Geschäftsführer Till Frohne. Die Kassenärztliche Vereinigung wolle das unterstützen.