Eisenhüttenstadt (hn). Gedränge gab es am Montag in der Wohnstätte L.O.S. (Leben ohne Sucht) für Menschen, denen es gelungen ist, der Sucht zu entkommen und neu ins Leben zu starten.

Wohnstättenleiterin Gudrun Sandke und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten viele Hände zu schütteln und Glückwünsche entgegen zu nehmen. Auch Dankesworte waren bezüglich der Arbeit zu hören und Anerkennung für erzielte Erfolge. Gudrun Sommer, Vorsitzende des AWO-Kreisverbandes Eisenhüttenstadt bedankte sich für das Engagement der Betreuerinnen und Betreuer und gab ihrer Freude Ausdruck, dass auch Norbert Knak, Geschäftsführender Vorstand des AWO-Bezirksverbandes Brandenburg Ost es sich nicht nehmen ließ, zur Jubiläumsfeier nach Eisenhüttenstadt zu kommen.
Genau zehn Jahre ist es her, dass die AWO-Wohnstätte als soziotherapeutische Einrichtung ihre Pforten öffnete, um Menschen, die ihre Suchtmittelabhängigkeit überwunden haben, zu betreuen und ihnen ein weitestgehend normales Leben in einem geschützten Lebensraum mit familienähnlichen Strukturen zu ermöglichen.
Auf den Tag genau vor zehn Jahren bezog Ricardo Mager eines der Zimmer, das Gemütlichkeit ausstrahlt. Gern erzählt er vom Leben in diesem Haus und davon, wie er in der Gemeinschaft einen neuen Lebenssinn fand: „Hier ist der Tag genau durchgeplant. Alles fängt um 7 Uhr mit dem gemeinsamen Frühstück an. Dann wird gearbeitet.“ Entweder im Haus oder im Garten, beim Streichen der Bänke oder beim Essen kochen in der Küche der Wohneinheit. Dass es diesen strukturierten Tag gibt, findet Mager gut und erinnert sich an die Zeit seiner Arbeitslosigkeit: Das verurteilt sein zum Nichtstun nagte an der Lebensorientierung, es war egal, wann gegessen oder geschlafen wurde.
Doch es wird nicht nur gearbeitet. Zu den Höhepunkten des Gemeinschaftslebens zählen die vielen Ausflüge, von denen die Bewohner immer wieder schwärmen, das gemeinsame Einkaufen von Lebensmitteln nach einem vorher festgelegten Speiseplan, die Nachmittage bei Skat oder „Mensch ärgere Dich nicht“ und das Reden miteinander, so dass Gefühle wie Einsamsein gar nicht erst aufkommen.
Dankbar ist er den Betreuerinnen und Betreuern, die immer freundlich helfen und ein gutes Wort haben, dankbar auch den Mitbewohnern für das harmonische Zusammenleben.