Frankfurt/Oder (geh). Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt kritisiert die wenigen Zoll-Kontrollen.

Bauunternehmer, die im Stadtgebiet von Frankfurt (Oder) tätig sind, müssen immer seltener damit rechnen, Besuch vom Zoll zu bekommen. Im gesamten Bereich des Hauptzollamts Frankfurt (Oder) prüften die Beamten im vergangenen Jahr lediglich 289 Baubetriebe. Das sind 38 Prozent weniger als noch im Jahr zuvor. Verglichen mit den Kontrollen, die es noch 2014 gab, ist dies sogar ein Rückgang von 45 Prozent. Das hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt mitgeteilt. Es wird von „Kontrollen auf Lücke“ gesprochen. Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) sei lediglich zu „Gelegenheits-Visiten auf dem Bau“ in der Lage. In den Städten und Kreisen, in denen die FKS vom Hauptzollamt Frankfurt (Oder) kontrolliert, gebe es immerhin rund 1.560 Bauunternehmen, so die Gewerkschaft. 53 davon allein in Frankfurt (Oder). „Da kann sich jeder Bau-Boss ausrechnen, dass der Zoll ihm nur alle paar Jahre mal auf die Finger guckt“, kritisiert Bezirkschefin Astrid Gehrke. Zwar berufe sich die FKS auf einen Schwerpunkt „qualitativer Kontrollen“. Es müsse jedoch genauso auch eine ausreichende Quantität geben, fordert die Gewerkschafterin. „Die Zahlen zeigen, dass auf heimischen Baustellen noch immer viel im Argen liegt. Doch je geringer das Risiko ist, bei Tricksereien erwischt zu werden, desto stärker ist der Anreiz für Baufirmen, es mit Recht und Gesetz nicht so genau zu nehmen“, meint Gehrke.
Die Arbeit der FKS sei daher „enorm wichtig“. Um schwarzen Schafen wirksam das Handwerk zu legen, müsse der Zoll aber deutlich mehr kontrollieren. Dafür werde dort dringend zusätzliches Personal benötigt. Gehrke: „Von mehr Kontrollen profitiert die ganze Baubranche - die Beschäftigten genauso wie Baufirmen, die sich an Regeln halten.“