Frankfurt/Oder (gla). Am Dienstagmorgen starb eine Frau auf dem Gleis bei Frankfurt. Sie hatte sich vermutlich vor die Regionalbahn 11 nach Cottbus geworfen.

Der Zug fuhr pünktlich um 8.37 Uhr am Frankfurter Bahnhof ab. Nach wenigen Minuten war ein Scheppern und Knirschen zu hören. Der Zugführer hatte eine Frau auf der Schiene gesehen und sofort gebremst. Als der Triebwagen zwischen Planetarium und Grenzbahnhof zum Stehen kam, war es für jede Hilfe bereits zu spät.
Sichtbar schockiert ließ der Zugführer die Gardine der Fahrerkabine herunter, wahrscheinlich um den Blick auf die Frontscheibe zu blockieren, und ging in den hinteren Teil des Zugs. Von dort kam kurz darauf die Durchsage über den Lautsprecher: „Falls jemand von der Landes- oder Bundespolizei hier ist, bitte nach hinten kommen.“ Niemand meldete sich. Es waren nur ungefähr zwanzig Personen im Zug. Nachdem auch der Vorhang der hinteren Fahrerkabine geschlossen wurde, gab mir der Schaffner leise Auskunft über die Situation. Er bat darum, aus Rücksicht auf eine Gruppe Kinder im Zug nicht laut weiterzuerzählen, dass es sich um Personenschaden handelte. Die acht Kinder, die nach Cottbus wollten, sollten vorläufig in dem Glauben bleiben, dass kein Mensch sondern ein Tier überfahren wurde. Die meisten der anderen Fahrgäste waren auf dem Weg zur Arbeit in Eisenhüttenstadt. 9.54 trafen Rettungskräfte und Polizei ein. Um 10.05 traf die Kriminaltechnik ein. Danach kamen noch weitere Polizeibeamte.
Um 11.20 Uhr setzte sich der Zug wieder in Bewegung. Ein Mitarbeiter des Regio Notdiensts war für den vermutlich traumatisierten Fahrer eingesprungen. Dann ging die Fahrt mit allen planmäßigen Stopps weiter.