Frankfurt/Oder (kel). Anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Opferhilfeorganisation Weißer Ring fand im Logensaal der Viadrina eine Podiumsdiskussion statt.

Ehrenamtliche, Vertreter der Polizei, der Staatsanwaltschaft, der Gerichte, der Wissenschaft, der polnischen Partnerorganisation Subvenia Victima hatte der Landesverband Brandenburg eingeladen. Im vergangenen Jahr wurden in Brandenburg 90.000 Euro für Opfer bereitgestellt. Die Gelder stammen aus Spenden. „Wir sind finanziell unabhängig“, betonte die stellvertretende Bundesvorsitzende, Dr. Helgard van Hütten. Die Juristin ging auf die Richtlinie über Opferhilfe in den EU-Staaten ein. „Die Richtlinie aus dem Jahr 2012 wurde leider erst von 13 Staaten umgesetzt“, sagte sie. In der der anschließenden Diskussion sprach Tomasz Pirchowiak, Leiter von Subvenia Victima, über den Stellenwert der Opferhilfe in seinem Land. Sie wäre dem Justizministerium unterstellt. In sämtlichen Wojewodschaften gibt es zentrale und regionale Vertretungen. Über die gute Zusammenarbeit zwischen deutschen und polnischen Polizisten berichtet Ulf Buschmann vom Zentrum für Polizei- und Zollzusammenarbeit in Swiecko. Die grenzüberschreitende Diebstahlverfolgung ist praktische Opferhilfe. Auf den Opferschutz innerhalb der Strafprozessordnung ging Prof. Jan C. Joerden ein.  Opfer könnten erst nach dem Urteilsspruch mit einer Entschädigung rechnen. Sie könnten sich jedoch als Nebenkläger am Prozess beteiligen.