Reitwein (daf). Die Botanikerin Nina Keller erhielt die Auszeichnung Grüne Gründerin für „Die Wildblume. Gärtnerei mit Wildplanzen”.

Die 38-jährige, gebürtige Baden-Württembergerin ist 2013 nach Reitwein gezogen. Im Juni 2014 hat sie sich dann mit einer Geschäftidee selbstständig gemacht. Nina Keller entnimmt in Naturschutzgebieten Samen einheimischer Wildplanzen, züchtet sie auf ihrem Acker nahe der Oder, erntet manuell mit Dreschflegel die Samen und verkauft diese für Saatgutmischungen weiter.
Ihre Saatgut-Produktion hat sich von Jahr zu Jahr gesteigert. Das „Hacken, Hacken, Hacken”, wie die Botanikerin erklärt, habe aber ihr Gutes. „Durch so viel Handarbeit ist es auch so viel wert”, sagt die 38-Jährige. Zurzeit besitzt die Ausgezeichnete einen halben Hektar Acker. Im kommenden Jahr kommt ein weiterer halber Hektar dazu.
Die Übergabe der Auszeichnung verfolgten neben der Landesvorsitzenden der Grünen, Petra Budke auch René Trocha, der Grüne Bürgermeisterkandidat von Petershagen-Eggersdorf, Bettina Soltau, die Vorsitzende der Grünen im Kreisverband Märkisch-Oderland und Sebastian Koeppen, Kreisgeschäftsführer der Grünen des Kreisverbandes Märkisch-Oderland.
„Durch das Wildpflanzensaatgut wird das Anlegen von bunt blühenden Wiesen ermöglicht. Das bedeutet mehr Artenvielfalt in der Pflanzenwelt und somit vielfältige Lebensräume für Insekten und Vögel zu erschaffen”, begründet Petra Budke die Auszeichnung. Abnehmer sind neben Privatpersonen vor allem der Bund und die Länder für Straßenbegleitgrün oder für Uferböschungen.
„Uns alle haben die Nachrichten über massives Insektensterben von über 75 Prozent zutiefst erschüttert, wofür ein massiver Einsatz von Pestiziden und das Verschwinden von Ackerblühstreifen verantwortlich ist“, ergänzt Bettina Soltau. „Das ist ein Albtraum. Wie gut zu wissen, dass es Menschen wie Nina Keller gibt, die sich aktiv um den Erhalt und die Verbreitung von den so immens wichtigen Blühpflanzen kümmern.”
Neben ihrer Haupttätigkeit hat sich Nina Keller noch ein weiteres Standbein aufgebaut. Außer der privaten Beratungen zur Anlage von Wildblumenwiesen, die sie anbietet, stellt sie aus Liebe zur Kreativität auch Blumenschmuck aus regionalen Blumen her. „Regionale Floristik kann so schön sein”, antwortete die 38-Jährige auf Nachfrage. Den Blumenschmuck passt sie dabei der Jahreszeit und den dazu gehörenden Ritualen an. Zu Weihnachten wird es daher wieder Adventskränze zu erwerben geben.
Nina Keller ist die nun fünfzehnte „Grüne Gründerin”, der der Preis verliehen wurde. Zusätzlich zur Auszeichnung erhielt die studierte Biologin auch ein kleines Geschenk: Ein Buch, namens „Frühlingsblätter” mit Gedichten über den Frühling.
Der Brandenburger Landesverband der Grünen zeichnet seit Mai 2016 engagierte Frauen aus, um ihnen mehr Präsenz in der Öffentlichkeit zu geben und ihren Mut und Geschäftssinn zu würdigen.