Neuzelle (eb/geh). Die Neuzeller Bürgerinitiative für die Ortsumgehung lädt am Montag, dem 2. Juli 2018 um 19 Uhr zu einer Podiumsdiskussion in die Mensa des Gymnasiums ein.

Zum Rollentausch kommt es dann. Fungierte der Landtagsabgeordnete Andreas Gliese (CDU) mit seinem Bundestagskollegen Martin Patzelt (CDU) zuletzt als Gastgeber eines Bürgerstammtischs, so wird er dieses Mal zu Gast sein, wenn die Bürgerinitiative für die Ortsumgehung zur Podiumsveranstaltung in die Mensa des Gymnasiums lädt. Ziel wird es sein, neben Informationen zum geplanten Verkehrsprojekt und zum Arbeitsstand auch Fragen, Eingaben oder Befürchtungen der betroffenen Bürger zu sammeln, zu diskutieren und sie gegebenenfalls auch an die dafür zuständige Planungsmanagementgesellschaft „Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs und -bau GmbH“ (DEGES) weiterzuleiten.
Zuletzt waren neben anderen Bürgern auch Mitglieder der Bürgerinitiative beim Bürgerstammtisch der beiden Abgeordneten anwesend und beteiligten sich engagiert am Gespräch. Das Verkehrsprojekt und das weitere Vorgehen der Beteiligten war auch zu diesem Anlass ein großes Thema. Martin Patzelt sicherte seine weitreichende Unterstützung zu, sobald es darum geht, beim Bund nachzufragen und eine schnelle Bearbeitung zu forcieren. Bis dahin müsse das Land seine Hausaufgaben machen.
Der Landtagsabgeordnete Andreas Gliese will den Druck gegenüber dem Ministerium weiterhin aufrechterhalten. Die Dringlichkeit liegt auf der Hand, der Lkw-Verkehr habe sich zwischen 2013 und 2017 um 60 Prozent erhöht in Neuzelle. Es fühle sich an, seit 20 Jahren an der Nase herumgeführt zu werden, hieß es aus Reihen der Bürgerinitiative. Für vor Jahren bereits eingereichte Unterlagen zur Ortsumgehung beim Ministerpräsidenten werde noch heute auf eine Eingangsbestätigung gewartet.
Die Anfänge der Planungen für eine Ortsumgehung reichen ihren Recherchen zufolge bis in die Zeit des Dritten Reiches zurück. Es angesichts dessen als langwieriges Projekt mit vielen Planungsrückschlägen zu bezeichnen, wäre hier noch untertrieben, meint Gliese. Unsummen an Geld wurden bereits für vorangehende Planungen „verbrannt“, welche nun nicht mehr aktuell sind. Bereitgestellte Bundesmittel für Verkehrsprojekte wurden vom Land nicht abgerufen. Es sei keine Frage des Geldes, sondern der Prioritäten, stimmten Gliese und Patzelt zu. Im Gegensatz zu Brandenburg mache Bayern beispielsweise seine Planungsaufgaben und kann vom Bund zur Verfügung gestelltes Geld besser abrufen. Es gebe keine Bevorteilung Bayerns, machte Martin Patzelt hier deutlich. Beide Politiker betonten die Bedeutung Neuzelles, dessen Entwicklungspotenzial bis weit in die Region ausstrahle. Für Andreas Gliese handele es sich um ein „Kronjuwel des Landes Brandenburg“.
Es kam der Wunsch von Bürgern auf, ein solches Podiumsformat in regelmäßigen Abständen mit beiden Politikern zu wiederholen. Dies wurde auch zugesagt.