Neuenhagen (eb/geh). Das Regionalmanagement für die Metropolregion Ost hatte zum zweiten Wirtschaftstag geladen, um Unternehmer und Entscheidungsträger näher zueinander zu bringen und ihnen eine Informations- und Austauschplattform anzubieten.

Mehr als 100 Gäste aus Politik, Verwaltung und Unternehmerschaft sind der Einladung gefolgt und informierten sich über die Chancen und Herausforderungen in der Region sowie Projekte und Initiativen des Landkreises Märkisch-Oderland, der IHK Ostbrandenburg und des Regionalmanagements, ein seit 2016 GRW-gefördertes Projekt der Wirtschaftsförderung Marzahn-Hellersdorf. Ansgar Scharnke,  Bürgermeister von Neuenhagen, eröffnete die Veranstaltung und hob die Bedeutung der hier ansässigen Firmen für die Entwicklung der Metropolregion Ost hervor.
Rainer Schinkel, Beigeordneter und Leiter des Wirtschaftsamtes Märkisch-Oderland, freute sich über das rege Interesse an dem Format, welches insbesondere dem Austausch dienen und Diskussionen anregen soll. Er sei davon überzeugt, um wichtige Themen voranzubringen, brauche es die bundesländerübergreifende Zusammenarbeit: „Gemeinsam können wir uns in Potsdam und Berlin Gehör verschaffen.“ Dieser Aussage schloss sich Nadja Zivkovic, Bezirksstadträtin für Wirtschaft des Berliner Bezirkes Marzahn-Hellersdorf, an. Sie betonte, dass zahlreiche Herausforderungen nur gemeinsam zu bewältigen seien. „Mit gemeinsamen Zielen und vereinter Kraft konstruktiv zusammenarbeiten bringt die Metropolregion Ost weiter voran.“ Die wirtschaftliche Entwicklung der Region sei bereits beachtlich. Um noch mehr Aufmerksamkeit darauf zu lenken und die Unternehmen mit ihren innovativen Produkten vorzustellen, startet im April die gemeinsame Standortkampagne „Made in…“ des Bezirksamtes Marzahn-Hellersdorf und des Regionalmanagements. Erste Entwürfe wurden im Rahmen der Veranstaltung in Neuenhagen präsentiert.
Dr. Frank Büchner, Präsident der Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg e.V., zeigte Chancen und Herausforderungen aus Unternehmenssicht auf. Als größte Herausforderungen für Unternehmer sieht er den Fachkräftemangel sowie eine teilweise fehlende Infrastruktur in der Region. Die Metropolregion biete aber auch viele Chancen sich zu entwickeln. So gebe es besonders viel Potenzial im Bereich der Digitalisierung, Energie- und Wärmewende. Unternehmen sollten sich in diesen Themengebieten engagieren.
Dass die Region viel Potenzial besitzt, verdeutlichte auch der Vortrag von Dr. Thomas Kühne, Leiter der Geschäftsstelle der IHK Ostbrandenburg in Erkner. Die Region brauche sich nicht zu verstecken, so Kühne. Zahlreiche Flächen wurden in den vergangenen Jahren aktiviert, hier warteten attraktive Arbeitgeber, die innovative Produkte entwickeln und produzieren.
Gemeinsam mit Partnern wie dem Landkreis Märkisch-Oderland und dem Regionalmanagement werde vertrauensvoll und lösungsorientiert zusammengearbeitet, um Unternehmen zu unterstützen. Kühne nannte hier zahlreiche Initiativen wie zum Beispiel Schülertouren, bei denen regionale Firmen besucht und Karriereperspektiven aufgezeigt werden. Auch in Fragen der Infrastrukturentwicklung gebe es eine enge Zusammenarbeit. So haben IHK, Landkreis und Regionalmanagement die Ostbahnstudie in Auftrag gegeben. Kühne machte die Anwesenden auf die „Seelower Erklärung“ aufmerksam und rief sie auf, sich der Erklärung anzuschließen, um gemeinsam Gehör in der Politik zu finden.
Daran anschließend wurde die Gewerbeflächenerfassung der Metropolregion Ost, die das Regionalmanagement 2018 in Auftrag gegeben hat, präsentiert, um eine Grundlage für ein Standortentwicklungskonzept zu erhalten. Perspektivisch sind in der Region noch zirka 430 Hektar Fläche zu entwickeln. Ein finaler Bericht wird im April 2019 erwartet.
In parallel stattfindenden Fachforen konnten sich die Teilnehmer zudem über Konzepte der strategischen Unternehmensentwicklung sowie über die Digitalisierung und deren Auswirkungen auf die Arbeitswelt informieren.
Beim anschließenden Netzwerkempfang nutzten die Gäste die Gelegenheit, sich bei einem kleinen Imbiss mit Referenten, regionalen Akteuren und weiteren Unternehmern auszutauschen.