Die Funktionsweise von einem Autoklav einfach erklärt

Steriles OP Besteck

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Der Albtraum eines jeden Patienten ist es, beim Arzt mit unsterilen Instrumenten behandelt zu werden. Denn in Praxen und Kliniken häufen sich Viren, Pilze und Keime. Daher möchte natürlich jeder sicher sein, dass dort immer alles in Ordnung ist.
Um unsere Leser in dieser Hinsicht zu beruhigen, möchten wir Ihnen kurz erklären, wie die Reinigung von medizinischen Instrumenten erfolgt. Meist wird hierfür ein Thermoreiniger verwendet, und / oder Autoklaven. Wir erklären, wie diese arbeiten.

 

Autoklaven – wie funktionieren sie?

Möglich macht die gründliche Sterilisation die Physik. Vielleicht erinnern Sie sich dunkel an den Physikunterricht. Dort haben wir gelernt, dass Wasser bei 100°C anfängt zu sieden. Allerdings hatten wir auch erfahren, dass sich diese Regel ändern kann. Nämlich dann, wenn man den Druck in einem Gefäß erhöht. In diesem Fall lässt sich Wasser auch auf weit höhere Temperaturen erhitzen. Jeder, der schon einmal Schnellkochtopf genutzt hat, der hat es eigenhändig mitgemacht.
Bei einem Autoklav wird exakt dieses Prinzip genutzt. Autoklaven sind somit nichts anderes als Schnellkochtöpfe. Ihr Inneres wird luftdicht abgeriegelt. Anschließend der Druck erhöht. Dann wird mit Hilfe von Wasserdampf alles gereinigt, was dort hineinlegt wurde.
Der große Vorteil von Autoklaven ist, dass sie sehr gründlich säubern und hervorragend sterilisieren. Mit Hilfe des zirkulierenden Wasserdampfs werden auch Fette gelöst und Gewebereste entfernt. Alles, was noch irgendwie am Leben oder infektiös sein könnte, wird abgetötet.

 

Warum ist ein Autoklav überhaupt notwendig?

Viele Bakterien und Pilze überleben eine Temperatur von 70°C nicht. Warum dann auf über 130°C gehen? Die Antwort ist einfach: Ja, die meisten Mikroorganismen sterben schon vorher ab. Allerdings sind es nicht alle. Zahlreiche Viren oder Parasiten benötigen noch mehr.
Da wäre zum Beispiel das hoch gefährliche Hepatitis C Virus. Es muss bei 136°C ungefähr 2 Minuten behandelt werden, ansonsten würde es möglicherweise überleben.
Manche Erreger können ähnlichen Widerstand aufbringen. Einige von ihnen können sich bei Hitze gezielt einkapseln und erhöhen damit zusätzlich ihre Resistenz.
Zudem spielt es auch eine Rolle, ob die Hitze trocken ist, oder ob die Behandlung unter hoher Luftfeuchtigkeit erfolgt. In diesem Vergleich schneidet das feuchte Klima in Sachen Wirksamkeit am besten ab.
Neben der keimabtötenden Wirkung ist es natürlich auch wichtig, dass jegliche Art von sichtbarer Verunreinigung beseitig wird. Denn auch wenn die Hygiene vorhanden ist, ist es wichtig, dass keine Reste von Gewebe oder Chemikalien an den Instrumenten vorhanden sind. Auch sie könnten gefährlich sein.
Daher erfüllt ein Autoklav mit Hilfe der hoch temperierten Wasserdampf Reinigung mehrere Zwecke. Es macht Instrumente steril und reinigt zugleich.
Aus Gründen erhöhter Sicherheit lässt sich die Wirkung von Autoklaven noch mit dem Zusatz von chemischen Inhaltsstoffen weiter erhöhen. Zumindest von solchen, die ebenfalls eine desinfektiöse Wirkung aufweisen. Sie werden vor allem dort eingesetzt, wo erhöhte Ansprüche an Sicherheit vorhanden sind. Ein Beispiel wären Stationen, auf denen Patienten mit stark geschwächtem Immunsystem beherbergt werden. Aber im Grunde ist auch das normale Verfahren schon ausreichend.
Die ordnungsgemäße Arbeit von solchen Reinigungsgeräten wird mit regelmäßigen Abstrichen und Proben überprüft. Zudem müssen die Apparaturen regelmäßig von einem Institut, wie zum Beispiel vom TÜV, kontrolliert werden.

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