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17.03.17 11:44 Alter: 43 days

Ein Vortrag über die Bedeutung der Digitalisierung für die Geisteswissenschaften

Experte zu Gast im Johanniter-Gymnasium

Vortrag vor Schülerinnen und Schülern:<br /> Markus Schnöpf sprach im Johanniter-<br />Gymnasium Wriezen über die Bedeutung<br /> der Digitalisierung für die Geisteswissen-<br />schaften. 	Foto: eb

Vortrag vor Schülerinnen und Schülern:
Markus Schnöpf sprach im Johanniter-
Gymnasium Wriezen über die Bedeutung
der Digitalisierung für die Geisteswissen-
schaften. Foto: eb

Wriezen (eb/geh). Schülerinnen und Schülern im Evangelischen Johanniter-Gymnasium Wriezen hatten Gelegenheit, einen versierten Vortrag über die Bedeutung der Digitalisierung für die Geisteswissenschaften zu hören.

„Eine Recherche kann mit Wikipedia beginnen, sie sollte aber keineswegs mit Wikipedia enden.“ Diese eingängige Faustformel gab der Referent der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften Markus Schnöpf den Schülerinnen und Schülern mit auf den Weg. Der Experte berichtete aus Projekten seines Arbeitsbereiches: Da werde derzeit zum Beispiel der jahrhundertelang mündlich tradierte Koran digitalisiert, wobei dieser erstmals eine historisch-kritische Kommentierung erfahre. Da werden Tausende Kirchenfenster fotografiert und in einer digitalen Sammlung zusammengestellt. Oder es wird ein schon 150 Jahre betriebenes Projekt zur Erfassung von altgriechischen Inschriften mit digitalen Methoden fortgesetzt.
Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 erfuhren, welche Möglichkeiten das Internet für eine Informationsbeschaffung bietet, die weit über die bloße Oberflächeninfo bei Google und Wikipedia hinausgeht. „Markus Schnöpf zeigte, wie man fehlerhafte und tendenziöse Seiten erkennt und prüft”, berichtet Deutschlehrerin Marlen Wahren. „Er empfahl einen Trick, wie man die Schwierigkeit der Zitation von Internetseiten zum Beispiel in Facharbeiten zufriedenstellend lösen kann. Und er verriet seinen Zuhörern, über welche Zugänge im Netz man eintauchen kann ins DeepNet, das doch inzwischen auch in einer Region mit geringer Bibliotheksdichte die Lektüre von wissenschaftlicher Forschungsliteratur erlaubt”, beschreibt die Lehrerin die Inhalte des Vortrags.
Darüber hinaus habe der Referent verschiedene Beispiele genannt, wie sich digitalisierte Kopien alter frühneuzeitlicher Drucke oder Handschriften im Netz präsentieren, und er berichtete von dem zum Teil mühseligen Weg der alten Schriften ins Internet. Aber auch umgekehrt zeigte Markus Schnöpf am Beispiel, wie BIG DATA der Literatur das Lesen verändert. „Wenn wir selbst nicht in der Lage sind, die Millionen von Büchern zu lesen, helfen uns Computerprogramme mit Methoden des distant reading beim Erfassen der Literatur”, so die Deutschlehrerin.
Nach diesem Vortrag waren die jungen Zuhörerinnen und Zuhörer um die Erkenntnis reicher geworden, dass die schiere Unendlichkeit der Literatur mit der Digitalisierung eine übersichtliche und handhabbare Ordnung findet. Nun wissen sie, wo sie suchen müssen und wie sie etwas finden können. Marlen Wahren: „Und der eine oder andere greift hoffentlich trotzdem am Ende des Tages beruhigt zu einem Roman und taucht ein in seine Geschichte”.


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